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Entstehung |
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Die Ortschaft
Jakobsberg bei Beverungen ein bedeutender Wallfahrtsort des ausgehenden
15. Jahrhunderts |
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In der Festschrift
zum 1000-jährigen Ortsjubiläum aus dem Jahr 1973 erwähnte der damalige
Beverunger Stadtheimatpfleger Richard Dohmann, dass der Ort gemäß der
mündlichen Überlieferung der Bewohner im Mittelalter ein bedeutender
Wallfahrtsort gewesen sei. Diese Behauptung, die immer mehr im Dunkel der
Geschichte zu verschwinden drohte, erhielt nun eine unerwartete
wissenschaftliche Untermauerung. |
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Neuere
wissenschaftliche Forschungen, hauptsächlich basierend auf den Arbeiten
von Dr. Hartmut Kühne von der Humboldt-Universität zu Berlin, haben
gezeigt, dass der Ort Jakobsberg von ca. 1480 bis zum Beginn der
Reformation ein bedeutender Jakobus-Wallfahrtsort war. Dr. Kühne spricht
sogar "vom bedeutendsten Jakobus-Wallfahrtsort im nördlichen
Reichsgebiet. Dieser Einschätzung liegen die Funde von 13 Pilgerzeichen
zugrunde, die in Jakobsberg zu jener Zeit gefertigt wurden. Ein
Pilgerzeichen ist eine kleine Brosche, die am Hut oder Mantel getragen
wurde. Bei dem Jakobsberger Pilgerzeichen ist eine Jakobusfigur mit einer
Jakobusmuschel und eine kleinere Figur, vermutlich der Schäfer aus der
örtlichen Jakobussage abgebildet. Pilgerzeichen aus Jakobsberg wurden in
den Niederlanden, in Bremen und vor allem in Sachsen-Anhalt und
Brandenburg gefunden. Meist liegen die Pilgerzeichen als Glockenabgüsse
vor. |
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(Abguss des
Jakobsberger Pilgerzeichen auf einer Glocke aus dem Jahre 1483 aus
Mingerode bei Duderstadt) |
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Die Funde dieser
Pilgerzeichen in Verbindung gebracht mit den Ausführungen eines
Stralsunder Bürgertestaments aus dem Jahre 1490, in welchem verfügt
wurde, dass ein Pilger an des Bürgers statt zum hl. Jakob nach dem "Hardenberge"
ziehen soll, brachten den entscheidenden Durchbruch. Dr. Kühne fand
weiterhin ein Testament eines Braunschweiger Bürgers, in dem in gleicher
Weise eine Wallfahrt "to sunte Jacobbe in Westfalen" aufgetragen
wurde. Da der Ort bis zum Beginn der Wallfahrt Haddenberg hieß und sich
der Name erst im Zuge der Jakobusverehrung in Jakobsberg wandelte,
beziehen sich diese beiden Schriftzeugnisse aus dem ausgehenden 15.
Jahrhundert auf den kleinen Ort bei Beverungen. |
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Auch in der offiiziellen Kirchengeschichte findet man Indizien zu der These, dass hier
ein Wallfahrtsort von überregionaler Bedeutung entstand. Anno 1480
übergab Papst Sixtus IV. den Corveyer Mönchen den Ort. Diese bauten die
baufällige Kirche wieder auf und kümmerten sich um die Versorgung der
dort zusammenströmenden Pilger. Sie entwarfen, gossen und verkauften wohl
auch die oben erwähnten Pilgerzeichen. Der Verkauf der Pilgerzeichen,
neben anderen Spenden und Opfergaben, entwickelte sich zu einem guten Geschäft, so dass auch Begehrlichkeiten
bei anderen kirchlichen Stellen geweckt wurden. |
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Schon 1481 kam es
zu einer Übereinkunft zwischen den Corveyer Mönchen und dem Paderborner
Bischof, dass die Einkünfte aus dem Verkauf der Pilgerzeichen geteilt
werden sollten. |
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Die Gründung der
Jakobsberger Schützenbruderschaft im Jahre 1485 kann auch nur in dem
Zusammenhang mit dem einsetzenden Pilgerstrom gesehen werden. In keinem
anderen Ort der Stadt Beverungen und weit darüber hinaus kam es zu so einem
frühen Zeitpunkt zur Gründung so einer Vereinigung. Die Unterbringung
und Versorgung der zahlreichen Pilger in dem kleinen Dorf brachten eine
Menge konkreter Probleme mit sich, für die die Corveyer Mönche dringend
Unterstützung vor Ort benötigten. |
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All dies fiel
vermutlich in den Aufgabenbereich der neu gegründeten
Schützenbruderschaft, denn auch die an anderen Orten gegründeten
Jakobus-Bruderschaften kümmerten sich um das seelische und leibliche Wohl
der Pilger. |
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Durch das bald heraufziehende
Zeitalter der Reformation geriet die Heiligenverehrung und damit verbunden
die Wallfahrten ins Hintertreffen. Die Rückbesinnung auf die Worte des
Evangeliums änderte nicht nur die Geisteshaltung derjenigen Menschen, die
sich der Reformation anschlossen, sondern veränderte auch das Bewußtsein
der Christen, die der römischen Kirche treu blieben. Somit fand die
Wallfahrt in Haddenberg respektive Jakobsberg, die in den 1470'er Jahren
langsam begann, seinen Höhepunkt vermutlich um das Jahr 1490 hatte,
seinen Ausklang in der 1520'er Jahren, bevor sie in den Wirren der
Glaubensauseinandersetzungen des 16. Jahrhunderts ganz verschwand. |
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